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Heute dreht sich alles um das EI…wildes Ostern mit Kindern und ritualisierte Eierspeisen

Ostern ist nun vorbei! Ich habe lange nicht mehr soviel mit Eiern zu tun gehabt, wie in diesem Jahr. Jan und ich haben osterliche Bräuche sofort in die neue Pädagogik des Kinderdorfs einbezogen. Ein Mix aus der Arbeit der Ärzte und meinen bis dato Kenntnissen aus Studium und Referendariat sowie Jans Scoutwork, ist nun Knotenpunkt für unsere Arbeit im Kinderdorf. Ich leite einmal die Woche den Mamaworkshop mit verschiedenen Themen, das Tokensystem nimmt seinen Lauf und unsere fleißigen Punktesammler arbeiten diszipliniert und machen Action am Wochenende….und sind dabei mächtig stolz. Ich werde jeden Tag erwartet zu den Treffen. Morgens zur Arbeitsbesprechung sowie abends zur Reflexion. Die Kinder schätzen ihre eigene Arbeit (äußerst ehrlich) ein, die Hausmama gibt Feedback und sie malen ihre erworbenen Punkte auf ihr Namensschild.

Unsere hart arbeitenden Kleinen

Unsere hart arbeitenden Kleinen

Nur wenige Kinder haben noch Probleme ihre Arbeit nicht zu vergessen, aber da die Zusammenarbeit mit den Mamas so gut klappt finden wir viele Lösungen für die unterschiedlichsten Schwierigkeiten. Ich bin wirklich froh, dass die Mamas jetzt nach Lösungen ZUSAMMEN mit mir suchen und mich in meiner Arbeit ernst nehmen. Die Ärzte haben auch beste Vorarbeit geleistet und mich sofort ins Boot geholt und einige Male meinen Status als “Master of Education” fallen lassen. Peinlich, aber wirkungsvoll und jetzt klappts auch mit der Pädagogik. Unsere Wochenend – Eierausblas und Anmalaktion war dann auch ein voller Erfolg. Probleme gab es dann mit den Kleineren, die auch mit schmieren wollten, aber noch nicht im Tokensystem sind. Das ist erst ab Schulalter möglich, da kleinere Kinder eher direkte Belohnungssysteme brauchen, um einen Bezug zu ihrem korrekten Verhalten herstellen zu können. Thomas hat immer gesagt, biete einem kleinen Kind ein Stück Schokolade jetzt, gleich, sofort oder eine ganze Tafel am Ende der Woche an. Es wird sich garantiert für ersteres entscheiden. Gegen diese Eifersuchtsszenen gibts in Zukunft, aber auch Lösungen. Da unsere Mamas nicht mehr soviel kochen, sondern Zeit haben wirklich Mamas zu sein, können sie die Kleinen beaufsichtigen. Und so sind nicht nur die Kleinen ausgeflippt, sondern eben auch die Großen. Crazy Kids.

Crazy Kids

Crazy Kids

Das Ergebniswaren viele bunte Eier, stolze Kinder und ein leckeres Frühstück am nächsten Tag.

Buntes Treiben

Buntes Treiben

Die gleiche Zeremonie haben Irene und ich dann mit 80 Kindern im Kindergarten mit ordentlicher Erfolgsquote wiederholt. Es war nicht so chaotisch, wie ich angenommen hatte…so dass nur 20 Eier von 100 zu Bruch gegangen sind und wir die Kinder glücklich in die Likizo Pasaka (Osterferien) entlassen konnten.

Likizo Pasaka

Likizo Pasaka

Und damit auch keiner krank wird von soviel Eiern aus der Massenproduktion von Chicken Hoffmann, unserem Mbigili ansässigen Großmastbetrieb (so große, genmanipulierte(?)) Eier hab ich noch nie gesehen, echt!), war es nur gut, dass die Schule vor den Ferien noch einen großangelegten Gesundheitscheck durchführte. Jan und ich durften persönlich die Dokumentation des Spektakels übernehmen.

Medizin versteckt im Ugali

Medizin versteckt im Ugali

Messen nach Maß

Messen nach Maß

Bevor wir das Eierthema verlassen, möchte ich noch von Jans und meiner neuen Freizeitbeschäftigung berichten. Ritualisiert fahren wir jetzt einmal die Woche (mittlerweile mit FAHRRAD) ins Dorf und suchen uns ein Gericht aus der vielseitigen Speisekarte von Meilanc aus. Man hat es leicht sich nicht in der Speisekarte zu verirren und an vegetarischen Gerichten mangelt es nicht. Pommes oder eben Pommes mit Ei. Lecker! Vorreservierung erforderlich, denn um acht hatten wir schon schlechte Karten und mussten hungrig ins Bett.Reduzierte Speisekarte

Reduzierte Speisekarte

Ganz zum Schluss will ich noch einen Abschied ankündigen. Unser Chef, Ingo, macht sich auf den Rückweg nach Deutschland, um erst dann wiederzukommen, wenn ich eventuell schon weg bin. Ingo, was sollen wir nur ohne dich machen? Nicht nur ein wirklich großer Verlust in allen Fragen rund ums Kinderdorf. Ich merke schon hier wird einiges anders und vielleicht auch schwieriger. Dafür werden Jan und ich, aber doch noch die Pfannen in Kehäsi schwingen und Ingo ordentlich verabschieden.

Tschüss

Und Tschüss!

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