Von der Entwicklung eines Kindergartens…und afrikanischer Musikkultur…
Ohhh die magische zwei Wochen Grenze ist schon wieder überschritten und ich hab erst jetzt wieder einen ruhigen Abend für meinen Blogeintrag gefunden, um meine fleißigen Leser nicht zu enttäuschen.
Im Kinderdorf hat sich in den ersten Wochen im Februar ein regelrechtes Fieber breitgemacht. Der Auslöser war dabei nicht Malaria, sondern Lymos Rückkehr (zweiter Chef und Mitgründer des Kinderdorfs neben unser deutschen Leitung Ursula) ins Dorf nach vier Monaten Deutschland. Es wurde fleissig gesungen, Erde von A nach B geschleppt, Gras mit den Buschmesser (in der Regenzeit!) kurz gehalten, weil unsere Kühe mit dem Fressen nicht nachgekommen sind.
Nebenbei hat Max unser neues Kälbchen das Licht der Welt erblickt.

MAX
Und auch der Kindergarten in Mbigili hat sich gemacht. Irene und ich haben Beete angelegt, die frisch bepflanzt noch ziemlich kläglich aussehen, aber die wir hoffnungsvoll pflegen. Darüber hinaus habe ich Stunden damit verbracht K A R I B U – C H E K E C H E A & W E L C O M E (Herzlich Willkommen im Kindergarten) in großen bunten Buchstaben zu produzieren und meterhoch mit Kleister festzukleben.

Karibu Sana
Jetzt fühlt man sich wirklich eingeladen in unserem kleinen Kindergarten, vielleicht schaffen wir es ja noch ein kleines Sommerfest für die Eltern auf die Beine zu stellen. Ein paar Trommeln für ein Musikstück sind zumindest schon gekauft. Das ist aber erstmal noch Zukunftsmusik.
In der Zwischenzeit, in der ich die musikalische Vielfalt Afrikas beim Busara Festival in Sansibar kennengelernen durfte, hat Frau Hess (Besuch aus Deutschland) mich wunderbar vertreten. Sie hat auch gleich eine ganze Ganitur an Inventar (Tische und Stuehle) für den Kindergarten bestellt, was eigentlich das Dorf anteilig für den Kindergarten übernehmen sollte, nachdem Amani das Gebäude gebaut hat. Naja…jetzt sind wir zumindest bald ordentlich ausgestattet.

Sauti za Busara
Und auf ging es dann letzten Dienstag mit ordentlich Vorfreude im Rucksack für eine Woche in den Osten dieses wunderbaren Landes auf die Insel Sansibar. Nach zehn Stunden im Bus und drei Stunden Fährfahrt (Reisen in Tansania ist sowas von anstregend) haben wir Land entdeckt. Auch ein paar Schiffe, deren Segel mit Wali- (Reis) säcken ganz wunderbar die Insel umkreist haben. Not macht erfinderisch. Ich bin immer wieder begeistert, was in Afrika noch praktischerweise Verwertung findet.

Segelschiff aus Reissäcken
Das Busara Festival war ein so friedliches Festival mit einer tollen Mischung aus gut gelauntem Publikum jeglicher Hautfarbe. Love, Peace and Happiness….

Black & White
Und so haben sich alle Rastafaris Tansanias und darüber hinaus in Sansibar versammelt….selber Musik gemacht, Selbstgemachtes verkauft oder einfach nur das tolle Festivel genossen.

selbstgemachte Künste
Unter den Künstlern waren u.a. die Sosolya Dance Academy aus Uganda, welche ihre Wurzeln in den Slums von Kampala begründen. Sie wollen junge talentierte Menschen fördern und so den Teufelskreis der Armut durchbrechen.

Sosolya Dance Academy
„Ba Cissoko“ beeindruckte mit einer grandiosen Performance eines mir bisher unbekannten Instruments, der Kora. Ein Mix aus Elektro, Roots Reggae sowie Percussion machten sie zu einem besonderen Act. Bei diesem ziemlich talentierten und hübschen Menschen ist mir ein tolles Foto gelungen, welches ich euch natürlich nicht vorenthalten möchte.

Ba Cissoko
Nach vier Tagen Festival wurde es Zeit sich im Norden „Nungwi“ von Sansibar für kurze Zeit zu erholen und Kraft für die Rückfahrt zu sammeln. Regelrechte Traumstrände wurden entdeckt. Hier ein kleiner Eindruck vom paradiesischen Teil Tansanias mit glasklarem Wasser, eigenartiger Fischpopulation (aber lecker)

Samaki
und feinen Sandstränden. Jetzt tut der lange Winter in deutschen Landen bestimmt noch ein bisschen mehr weh, tröstet euch bei euch kommt bald der Sommer und bei uns die „kalte“ Regenzeit.

Strand im Norden
Zu guter letzt gibt es nach unser Rückkehr noch eine traurige Nachricht für das Kinderdorf und speziell für mich. Ich muss schweren Herzens meine liebe Mitbewohnerin Christa auf den Weg nach Deutschland zurückschicken. Wir hatten eine wunderschöne Zeit, ich hatte eine tolle Sorgenpuppe, so dass soviele Sorgen gar nicht entstehen konnte und sage deswegen hier schon einmal lieben Dank für deine tolle Gesellschaft und dieses entspannte Zusammenleben mit dir, Christa.
See you THIS year in Dachau. Nitafurahi sana kukutana Tansania, rafiki yangu.
Aber langweilig wird es nicht werden. Nächste Woche reisen für einen Monat Ärzte von der Organisation „In Vivo“ aus Konstanz an, die in Richtung Traumatherapie arbeiten und sich um unsere Sorgenkinder und alle anderen kümmern sollen. Das Kinderdorf wird so in einem Langzeitprojekt für mehrere Jahre begleitet. Großartig! Das ist unserem Chef Ingo zu verdanken und wird bestimmt eine spannende Zeit.
In zwei Wochen sind Jan und ich dann auch schon wieder in Arusha auf (Zwischen-) Seminar, um unsere bisherige Arbeit kritisch unter die Lupe zunehmen. Es ist und bleibt spannend….und ich freue mich, dass ihr fleißig mit lest.
Februar 25th, 2010 at 05:38
[...] quasi auf die Bühne getragen werden um stimmgewaltig ihre Taarab Lieder zu singen. Bei Wiebke im Blog könnt ihr noch einige Bilder vom Festival [...]
Februar 27th, 2010 at 10:48
See you this year in dachau klingt gut
heißt das, du kommst nach deiner Weltreise mal in den Süden? Juhuuu 
und coole Fotos… viele liebe Grüße!
März 1st, 2010 at 07:16
Asante sana pia! Nashukuru sana kwa mrafiki yako na tutaonana Roehrmoos tarehe moezi kumi. Karibu sana…Ujerumani nyumbani yangu
liebeste “Lebensgefährtin”.
Drück Dich fest
Christa